Printed Objects

01 Feb Printed Objects

Printed Objects

Guestblog von Andrea Hörndler

 

Studierende der Abteilung textil.kunst.design der Kunstuniversität Linz / Oberösterreich eröffneten am vergangenen Donnerstag im Atelierhaus Salzamt Linz die Ausstellungsreihe kristallin#28, mit ihrem Beitrag Printed Objects. Materialität und Inhaltlichkeit sind zwei elementare Schlagworte mit denen sich die Künstler_innen beschäftigen.

Um einen Einblick in die Ausstellung nicht vor zu enthalten, habe ich mich ausführlicher mit der Künstlerin Julia Moser unterhalten, die mit ihren zwei Beiträgen – Memory of textile  und Die Metamorphose der Seidenraupe die Textilschau bereichert.

Entstanden sind die Objekte zur 17. Internationalen Minitextile Biennale in Prag und Bratislava. Den Fokus legte Julia Moser vor allem darauf, den Wert alter Textilien zu veranschaulichen.

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In ihrem Werk Memory of textile, zeigt die Künstlerin ein von ihr gefertigtes Textilstück und thematisiert durch hergestellte Abnutzung und Auflösung des Stoffes, die Zeit und den Zerfall. Sie beschreibt ihr Werk wie folgt, dass es  […] nicht nur um die Ästhetik oder den makellosen Zustand eines Stücks geht, sondern auch um den Wert, den ein Stück durch die Geschichte, die in ihm verborgen liegt, erlangt. So wie beim Menschen Narben vielleicht einen ästhetischen Makel darlegen, aber gleichzeitig an einen besonderen Moment oder ein besonderes Ereignis erinnern, so ist das auch mit alten und kaputten Gegenständen. Brandlöcher lassen z.B. an eine Party oder ein Gespräch erinnern etc. So scheint mein Werkstück auf den ersten Blick ein völlig wertloser Fetzen/Lumpen zu sein, bei genauerer Betrachtung erkennt man allerdings ausgerechnet in den kaputten Stellen Bilder, die auf die Geschichte dieses textilen Stücks verweisen.[1]

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In ihrem zweiten Werk Die Metamorphose der Seidenraupe zeigt die Künstlerin sechs, von ihr hergestellte Kunststoff Kokoons. Mit feinen Fäden gewickelt werden diese Imitate von der Decke hängend präsentiert. Thematisch beschäftig sich die Künstlerin mit der Arbeitslosigkeit der Seidenraupe im 21. Jahrundert, wie sie selbst es beschreibt.

Durch erhöhte Produktanfrage entsteht ein stetig ansteigender Produktionsdran dem die Seidenraupe nicht mehr gerecht werden kann. Die Nachfrage an Kunstfaser und billig Textilien drängt Tätigkeit und Relevanz des Tieres in den Hintergrund und lässt ihre Existenz beinahe vergessen.

Julia Moser lässt ihrer Raupe auf symbolischem Wege Kokoons herstellen, die nicht mehr aus Seide sondern aus Kunststoff bestehen und versucht so der Seidenraupe erneute Wertschätzung und Wichtigkeit einzuräumen.

[1]Kommentar der Künstlerin