Inner Dress

13 Jul Inner Dress

In der Ausstellung „TIME – SPACE – EXISTENCE“
von 28 Mai bis 27 Nov. 2016
Vernissage: 26. Mai 2016, 18-22 Uhr
Palazzo Mora, Venedig, Italien.

Im Rahmen der 15. Architektur-Biennale in Venedig präsentiert ein oberösterreichisches Kollektiv (Thomas Kirchgrabner, Maximilian Lehner, ISA STEIN, Barbara Wetzlmair, Jakob Kaiser) für das Architekturstudio ISA STEIN die Installation INNER DRESS: eine begehbare Skulptur, einerseits Behausung, andererseits ein Kleid, das aus weißen Herrenhosen besteht.

Die Form von INNER DRESS stammt allerdings nicht aus der Geschichte der Mode, sondern vom Folterwerkzeug Apega. Die Arbeitsweise des Kollektivs orientiert sich an der Schnittstelle von Architektur, Kunst, Musik, Philosophie und Mode. INNER DRESS greift Themen auf wie z. B. die Frage um eine spezifisch weibliche Moral, die Betonung der Gleichheit und konkrete Probleme in Zusammenhang mit Gewaltausübung in der Geschichte. Wenn man aus dem Innenraum der Skulptur hinausblickt, sieht man ein Video einer Gebäudesprengung, das aus einer inneren Perspektive gelesen wird. Die Audiospur zum Video wird direkt in der Ausstellung aus den Geräuschen der Besucher produziert. Dringt das Außen durch den Schutz wieder in das Innere ein?

Omnipräsente Zerstörung verändert zunächst die Wahrnehmung. Diese Veränderung bewirkt zugleich einen tiefergreifenden Wandel: der Glaube an die Unveränderlichkeit greifbarer Dinge wird erschüttert und zugleich in Frage gestellt.

© photo credits: exhibition shots – Jakob Kaiser, portraits – Sabine Stieger