Geformte Begrenzung

26 Feb Geformte Begrenzung

Die Galerie artmark vermittelt Kunst mit dem Ziel, Lebensqualität und künstlerische Erfahrung von Kunstrezipienten und Kunstgenießern anzuheben und weiterzuentwickeln.

Genauso sollte es sein. Genauso war es auch an diesem Abend. Durch die  Vernissage „geformte Begrenzung“ am 9. Jänner 2014 in der Galerie artmark  konnten sich Kunstsinnige zum ersten Mal in Wien ein Bild der vielseitigen Künstlerin ISA STEIN verschaffen.

ISA STEIN`S Leben und Werk wurde durch Erfahrungen in Paris und New York geprägt, ihr Horizont erweitert.

Der erste Blick beim Betreten der Räumlichkeiten bleibt sogleich bei „Paula“ hängen. Ein simultan überschaubares Riesenbild, genauer gesagt ein Tryptichon, das 2013 durch ein „artist in residence“ Stipendium in der Schweiz entstand. Eine Kopfarbeit? Ja, eine Kopfarbeit. Der Umgang mit Tusche und  Haar-an dieser Stelle ein Kapitel für sich. Dieses Kapitel lässt sich am Screen gegenüber dieser Arbeit herausfinden. Sie taucht ihr Haar in Tusche und streicht über die vorher mit Kreide angefertigte Skizze. Ein raffinierter Strich, der hier entsteht, geradezu tänzerisch und grazil in alle Richtungen wachsend, entstehen interessante und selbstbewusste Abstraktionen. Als selbstbewusst lassen sich nahezu alle Ihre Arbeiten dieser Ausstellung bezeichnen:

„Ihr Haupthaar an die
and nageln. Um nachher so
lange durch heftiges Kopfschütteln
gegen das brave, passive Frauenbild
zu rebellieren, bis sich die
Haare aus der Frisur befreit haben.
Stark. Ein feministisches Manifest.
(Lieber frei als gut frisiert.)“

Wiener Zeitung, 22.Jänner 2014.

So bricht sie durch die Fotoserie „genagelt“ durch Selbstportraits mit dem Klischee der Haare in der Rolle der koketten, umschmeichelnden Verführung. Es entstehen ambivalente Gefühle, kaum lässt sich ein Vergleich zu Caravaggio`s „Haupt der Medusa“ umgehen. Ist in STEIN`S Portrait der Hals freigelegt, bereit, Verletzungen auf sich zu nehmen, so ist jener der Medusa schon nicht mehr zugegen. Ein verlorener Kampf? Nicht für ISA STEIN.

Ihr Werk ist immer sehr subjektiv bestimmt und durch starke Kontraste gekennzeichnet. Bei dieser Ausstellung geht diese Ebene der Subjektivität mit jener der Ästhetik auf spannende Weise einher.