Biennale Venedig / August 2014

18 Aug Biennale Venedig / August 2014

 

Die Biennale, dieses Jahr unter der Schirmherrschaft von Rem Koolhaas, ist immer ein Garant Trends zu sehen, die unsere momentane Zeit in der Architektur bewegen.

Das Thema „Absorbing Modernity 1914-2014“ ist zwar sehr breit gewählt, die kongruente Ausstellungsleitung im Arsenale überrascht durch die Aufarbeitung von Architektur im Film der letzten Jahrzehnte und ermöglicht so verschiedenen Betrachtern einen eigenen Einstieg in das Thema zu entwickeln.

Die Erweiterung des Geländes mit den Länderpavillons ist gelungen und so wird man, bereits schon im Arsenale auf die länderbezogenen Beiträge eingestimmt.

Der mit dem silbernen Löwen bedachte Beitrag von Chile ist erfrischend in seiner Aufarbeitung. Man betritt durch ein Wohnzimmer der 60er Jahre den Präsentationsraum, der die Standardisierung des Bauens und seine Wechselwirkung auf Gesellschaft und Politik aufarbeitet. Auch der Beitrag der arabischen Emirate macht das Wachstum und Bauboom der letzten Jahrzehnte in einer aufwendigen Präsentation ersichtlich. Die eigentliche Hauptschau in den  Giardini war wenig spektakulär, doch wurden auch hier konsequent die Zusammenhänge von Architektur-Politik und Gesellschaft diskutiert. Gerade der österreichische Beitrag bringt das Thema mit den Vergleichen der flächenmäßigen Ausdehnung der Parlamente auf der Welt auf den Punkt und kreiert neben dem eine optisch sehr anmutende Gestaltung.

Was auffällig ist, wo waren die Leute? Über weite Strecken gehörte uns das Gelände alleine. Ist der Architekturtourismus übersättigt? Sind biennale Präsentationen in diesem Ausmaß überholt? Hat uns die Gesellschaftspolitik eingeholt, dass das reale Besuchen von Ausstellungen an Wertigkeit verloren hat?

Ein großer Knackpunkt ist sicherlich, dass die Darstellung von Architektur in einer Ausstellung immer Schwierigkeiten aufweist.

Wie präsentiert man Architektur?

Einerseits natürlich mit Fotos, doch zumeist mit Installationen und das bringt eine große Überschneidung zur Kunstbiennale.

Frapant war dieses Jahr auch die herrschende Zwangsbeschallung. Kaum ein Raum ließ es zu, Beiträge in Ruhe zu studieren. Die Architekturbiennale arbeitet dieses Jahr verstärkt mit, natürlich dem visuellen, aber besonders mit dem audivisuellen Aspekt.

Alles in allem eine Biennale für die man sich Zeit nehmen sollte, da die Beiträge im Koolhaas´schen Sinn intensiv und detailliert aufbereitet wurden.